«Desirée, schlafen deine Bienen im Winter?», werde ich oft gefragt, wenn es draussen wieder kälter wird. Bienen können schlafen, das erkennt man daran, dass sie ihre Antennen nach vorne geneigt haben und die Biene sich nicht bewegt.
Wie überwintern die Bienen?
Im Winter bzw. wenn die Aussentemperatur unter 10 Grad sinkt, formen sich die Bienen auf den Waben zu einer sogenannten Bienentraube zusammen. Je nach Temperatur ist diese Traube enger oder lockerer. Die Bienen wärmen diese Traube indem sie ihre Brustmuskeln «zittern» lassen. Die Königin, die sich in der Mitte der Bienen befindet, hat es so immer kuschelig warm. Es kann also durchaus sein, dass einige der Reserve-Bienen, die nicht mit Heizen beschäftigt sind, jeweils an der Wärme schlafen.
Diejenigen Bienen, die sich auf der Aussenseite der Traube befinden, kühlen jeweils am Stärksten aus. Sie bilden eng aneinander gerückt einen Wärmeschild, der verhindert, dass zu viel Wärme aus dem Inneren entweicht. Sinkt ihre Körpertemperatur gegen 10 Grad, ziehen sie sich ins Innere der Traube zurück.
Fliegen Bienen auch im Winter?
Bienen können auch im Winter bei sonnigen Tagen ausfliegen. Sie tun dies, um frisches Wasser zu holen und um ihre Kotblase zu leeren. Damit sie flugfähig ist, muss die Biene jedoch ihre Körpertemperatur zuerst auf 37 Grad erhöhen. Die Energie für das Aufheizen und den anschliessenden Ausflug holt sie sich aus dem eingelagerten Futter. Je nach Temperatur und Zustand der Vegetation werden bereits im Januar erste Pollen z.B. vom Hasel für den Nachwuchs gesammelt.

Lehrbienenstand Freiamt: Wildbienenoase im Winter

