Als eines der ersten Blüh-Pflänzchen im neuen Jahr kann das Schneeglöckchen schon Blüten ausbilden, wenn seine Blätter noch teilweise im Schnee versunken sind. Keck strecken sich die schneeweissen Blütenaussenblätter der Sonne entgegen. Die grün-weisslichen Innenblätter bilden einen kleinen Kelch, welcher das Pflänzchen wie ein kleines Glöckchen aussehen lässt.
Beschreibung:
Das Schneeglöckchen ist etwa 10-20 cm hoch und gehört der Pflanzenfamilie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) an. Wie alle Pflanzen entwickelt es beim Wachsen Wärme, welche ausreicht, den Schnee um sich herum schmelzen zu lassen. Wenn die Pflanze im März / April verblüht ist, zieht sich die Kraft in die Zwiebel zurück um im nächsten Jahr als Wachstumsbooster zur Verfügung zu stehen.
Nutzen für die Bienen:
Als eine der ersten zur Verfügung stehenden Pollen- bzw. Nektarquelle ist das Schneeglöckchen sowohl bei Honig- als auch bei Wildbienen beliebt. Zum Stock zurückfliegende Honigbienen mit orangen Pollenhöschen haben bestimmt beim Schneeglöckchen genascht!

Sobald die Sonne scheint, wird genascht!
Verbreitung:
Das Schneeglöckchen ist in der Schweiz weit verbreitet. Es kommt vor allem im Mittelland, Jura, Tessin und in den Nordalpentälern vor. Man findet es vor allem in hellen Laubwäldern, Obstplantagen und Gärten. Da es sich vor allem über die Zwiebel vermehrt, werden die Schneeglöckchen Bestände jedes Jahr dichter.

Die äusseren drei weissen Kronblätter schützen die grün-weisslichen Kelchblätter
Wissenswertes:
Auch Ameisen lieben dieses Pflänzchen. Der Samen des Schneeglöckchens hat ein süsses Anhängsel, welches von den Ameisen gerne gefressen wird. Sie transportieren die Samen weg von der Pflanze in Richtung Ameisenbau. Manchmal fressen sie das Anhängsel unterwegs und lassen den Samen anschliessend liegen. So tragen Ameisen wahrscheinlich unbewusst zur Verbreitung des Schneeglöckchens bei.
Wie alle Pflanzen aus der Familie der Amaryllisgewächse ist auch das Schneeglöckchen giftig. Und zwar nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Haustieren wie Hunde und Katzen. Es löst unter anderem Erbrechen und Durchfall aus.

